Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie haben in den letzten Monaten zu einer drastischen Einschränkung von Proben und Auftrittsmöglichkeiten bei Musikvereinen, Orchestern und Chören geführt. Wenngleich eine schrittweise Verbesserung der Bedingungen zu verzeichnen ist, gibt es bei vielen Vereinen nachvollziehbare Unsicherheit bezüglich dessen, was möglich ist.

Das Musikbildungszentrum Südwestfalen (MBZ) hat gemeinsam mit Dr. Rautenstrauch (Gesundheitsamt Hochsauerlandkreis), der im Übrigen selbst Musiker ist, ein Konzept entwickelt, das Arbeitsphasen für Ensembles, insbesondere auch für Blasorchester, die unter der Aerosoldiskussion besonders scharfe Auflagen erhalten haben, möglich macht.

Dieses Konzept ermöglicht auch Chören weitestgehend sichere Probephasen im MBZ.

Die wichtigsten Kernpunkte:

– Die hohe Kubikmeterzahl (mit einer Deckenhöhe von rund 8,5 Meter) pro Musiker in den Sälen des MBZ bietet zusammen mit der mechanischen Be- und Entlüftung eine hohe Sicherheit, dass ausgestoßenen Aerosole in der Konzentration vermindert und schnell abtransportiert werden.

– Eine desinfizierbare, mechanische Barriere (Höhe 1,85) vor den Musikern gewährleistet Schutz untereinander. Die transportablen Wände sind blickoffen und beeinträchtigen den wahrnehmbaren Klang in den großen Sälen nur wenig.

– Die mögliche Teilnehmerzahl wird an die jeweilige Raumgröße angepasst.

– Entsprechend zu den Landesvorgaben schützt jeder Musiker den Trichter seines Instruments mit einem tontransparenten Stoff (vergleichbar mit dem selbstgefertigten Mund-/Nasenschutz).

– Jeder benutzt und berührt nur sein Instrument, seine Noten etc..

– Die entstehende Flüssigkeit aus den Instrumenten wird mit Hygiene- Einmaltüchern aufgefangen und entsorgt.

Aktuell macht die Junge Bläserphilharmonie NRW positive Erfahrung mit diesem Setting.

Das MBZ wird die Workarounds, um auch unter Corona-Bedingungen akzeptable und sichere Proben zu ermöglichen, ständig optimieren.

Die hohe Eigenverantwortung von Musikerinnen und Musikern, die wir hier erleben, zeigen uns, dass man durchaus unter angepassten Verhaltensweisen und äußeren Bedingungen vergleichsweise „normal“ leben und musizieren kann.